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Internet: Das weite Land/Teil 1 (BR)

15.07.2011 | 1 Kommentar

Seit ein paar Wochen bin ich Mitglied bei einer Internet-Single-Börse. In der Werbung wird die hohe Akademikerquote angepriesen – davon hab ich noch nicht viel mitbekommen.
Ich habe bewusst einen kostenpflichtigen Anbieter gewählt, da ich hoffte, dass dort wenigstens ein paar Männer auch an einer Beziehung interessiert sind und nicht nur an schnellem Sex. Sie müssen ja schließlich dafür ein anständiges Sümmchen pro Monat springen lassen.

Die Zahl der Profile, die man schon auf den ersten Blick als Fake entlarvt (mit schwarzweiß-Modelfoto von Marcus Schenkenberg, Beruf Arzt und Hobby Fallschirmspringen) ist tatsächlich wesentlich geringer als bei den Gratisportalen. Allerdings stellen sich die Kerle in der Konversation als nicht weniger merkwürdig und seltsam heraus.

Bereits in der 1. Woche schrieb mich ein Typ an, der meinte, er sei neu hier und wollte wissen, ob ich ihm sagen kann, wie es jetzt weiter geht. Er hatte kein Foto hochgeladen, was ich schon mal sehr abschreckend finde und normalerweise gar nicht antworte. Und auch die Geschichte mit dem Neuling nahm ich ihm nicht so richtig ab. Aber so schnell wollte ich ihn dann doch nicht verurteilen. Also antwortete ich, dass er Fotos hochladen und mir frei schalten sollte, da ich mich ohne Bild nicht auf ein Geschreibsel einlasse. Seine Antwort kam prompt: Er schafft es nicht, ein Foto hochzuladen. Ja sicher. Und wenn er es tatsächlich nicht schafft, spricht das nicht gerade für seine Aufgeschlossenheit gegenüber den neuen Medien. Allerdings schickte er mir die Daten seiner Homepage mit (wer ihm die wohl erstellt hat…). Dort gab es einige Fotos zu sehen. Er war überhaupt nicht mein Typ – zu dünn, zu blass, zu blond, aber sonst recht sympathisch.
Ich wollte erst mal darüber nachdenken, wie der Kontakt weitergehen sollte und antwortete nicht gleich.
Als ich vier Tage später wieder in meinen Account schaute, fand ich eine Nachricht von ihm, die bereits drei Tage alt war. Darin wollte er wissen, ob er mich „beleidigt“ hatte und das der Grund sei, warm ich nicht antworte.

Das Wort „beleidigt“ gibt es in meinem Wortschatz nicht. Wenn mir etwas nicht passt, dann tue ich das sofort lautstark kund – und damit ist auch sofort alles wieder gut und vergessen.
Da er das Wort aber verwendete, kannte er das Gefühl offenbar. In meinem Kopf formte sich das Bild eines schmollend im Winkerl sitzenden Kerls, dessen Mundwinkeln bis zu den Schultern runter hängen, und der nicht sagt, was mit ihm los ist und nicht mit sich reden lässt. So was finde ich nicht gerade sympathisch. Und viel zu kompliziert.

Ich schrieb trotzdem zurück und erklärte ihm, dass ich nicht beleidigt bin, sondern mir für das Antworten Zeit nehmen will. Davon habe ich nicht allzu viel und schon gar nicht täglich. So wichtig nehme ich diese Online-Partnersuch-Geschichte nämlich nicht.
Seine Antwort? – Keine. Er entfernte mich aus seiner Kontaktliste mit dem vorgefertigten Standardabsagemail und ohne Erklärung …. Sicher besser so!

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