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Internet: Das weite Land/Teil 2 (BR)

20.07.2011 | 1 Kommentar

Nachricht von A, 37, Geschäftsführer – sogar mit Fotos. Er wirkt älter als 37 und sehr brav. Aber doch auch recht sympathisch. Die Nachricht ist das übliche Blabla und lässt keine Rückschlüsse auf Humor oder Intelligenz zu. Ich antworte und wir schreiben ein paar Mal recht nett hin und her. Auf meine Witze steigt er nicht ein. Ob aufgrund mangelnden Humors oder mangelnder Intelligenz kann ich nicht beurteilen.
Etwa 10 Tage nach dem 1. Kontakt schreibt er an einem Mittwoch, er wolle meine Unternehmungslust und Spontanität testen und fragt, ob ich am Freitag zu einer Veranstaltung nach Salzburg kommen will, wo er als DJ auflegt. Er hätte ein freies Zimmer und Gratis-Karten für die Veranstaltung.

Also gleich mal ein lautes Nein von mir. Ich fahr doch nicht 300 Kilometer zu einem Typen, den ich nicht kenne und der an Zimmer und Karten irgendwelche Erwartungen knüpft. Unternehmungslust hin, Spontanität her.
Der nächste Satz stimmte mich wieder friedlicher: Ich könne ja eine Freundin mitnehmen.
Ok, das wäre eine gute Option. Aber welche hat so kurzfristig Zeit? Und außerdem, ich kann ja gar nicht. Ich muss eine Präsentation für meinen Chef bis Montag fertigstellen und werde dazu vermutlich einen Teil des Wochenendes, aber zumindest den Freitag Abend opfern müssen.
Ich antworte also, dass ich aus beruflichen Gründen leider nicht kann.
Seine nächste Nachricht klingt ziemlich pampig. Ist der jetzt eingeschnappt, weil ich mich so kurzfristig innerhalb von 1 ½ Tagen nicht beruflich freispielen kann und mit wehenden Fahnen zu ihm düse, obwohl ich ihn gar nicht kenne?
Gleich am nächsten Tag schreibt er mit einem schnippischen Unterton, wie ich denn die Chancen beurteile, dass wir uns in der kommenden Woche auf einen Kaffee treffen.

Ehrlich gesagt: schlecht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Aussichten auf eine Beziehung gut stehen, wenn er so schnell eingeschnappt ist und mich zum Augenverdrehen bringt, obwohl wir uns nicht mal persönlich begegnet sind.

Ich lasse mir mit der Antwort Zeit, da ich nicht im ersten Affekt etwas Unfreundliches schreiben will.
Und so komme ich um die Antwort gleich ganz rum, denn zwei Tage später kommt das vorgefertigte Standard-Absagemail ohne zusätzliche Erklärung – na das kenn ich ja jetzt schon…

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Ein Kommentar

  1. Dem Glück auf die Sprünge helfen.

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