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5 Minuten - los geht’s! (SB)

28.07.2011 | Keine Kommentare

Ich weiß nicht mehr, wie Bella und ich auf diese Idee gekommen sind … Tatsache war, dass wir uns plötzlich in einem Lokal befanden, in dem wir mit neun weitere Damen unseres Alters in einer Reihe saßen und mit voller Erwartung zum Eingang blickten. Die Situation kann man mit einem Traum vergleichen, in dem man in einer Millisekunde von einem Ort am anderen ist, ohne dass irgendetwas komisch daran sein könnte. Wir befanden uns jedenfalls zu diesem Zeitpunkt in einem Lokal im ersten Bezirk, ausgerüstet mit einem Kugelschreiber, einer Nummer und einer Karte mit vorgefertigten Feldern für Notizen.

Ganz oben stand “City Speed Dating”. Beim Speed Dating handelt es sich um eine Möglichkeit des Kennenlernens - ideal für Singles mit Stil und Niveau! So versprach es uns die Homepage des Veranstalters. Das Prinzip ist ziemlich einfach und in unserem Fall auch sehr gut organisiert! Jeder Teilnehmer hat die Möglichkeit fünf Minuten mit seinem Gegenüber zu plaudern und Notizen zu machen. Jedenfalls erforderlich ist ein “ja” oder ein “nein” in Bezug auf den jeweiligen Gesprächspartner. Nur im Falle einer Übereinstimmung werden am Folgetag der Veranstaltung die Kontaktdaten an die Teilnehmer übergeben.

Um Punkt 20:00 Uhr war es dann soweit. Harald stellte sich vor. Harald, ein Mittvierziger mit Stoffsackerl als Accessoire unterhalb seines Kinns mit beiden Händen haltend, wusste nicht, ob er mir zuerst die Hand geben, oder sein Sackerl unter dem Tisch verstauen soll. Er entschied sich für letzteres, was mir die Zeit verschaffte, die ersten Notizen zu machen: “Harald - Soffsackerl”. Die Zeit läuft. Was fragt man einen Menschen, den man nicht kennt, der einem auf den ersten Blick nicht zusagt und dem man fünf Minuten gegenübersitzt. Urlaub! - Urlaub ist immer ein gutes Thema, wenn man nichts zu reden weiß. Glücklicherweise wusste Harald verdammt viel zu diesem Thema! Als er an die Stelle kam, an der ihn ein Waschbär beim Wandern angefallen hat, hatte er meine vollste Aufmerksamkeit! Er baute sich vor mich auf, machte ein Geräusch wie der alte Ofen meiner Oma, spreizte seine Hände in meine Richtung und zeigte mir sein komplettes Oberkiefer, das noch mehr Zähne beinhaltete, als Stefan Raab. Gott, dieser Mann hat der Gefahr ins Auge geblickt - und er hat überlebt! Meine Hochachtung hatte Harald jedenfalls in dem Augenblick.

Leider war die Zeit auch schon wieder vorbei und Oskar, Christian, Edwin und Hermann erzählten mir, was sie so in ihrer Freizeit machen und wie toll sie in ihren Berufen sind. Aber keiner von ihnen hat mich so überzeugt wie Harald!

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