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Speeddating – Ein Versuch (BR)

28.07.2011 | 1 Kommentar

Ich stand dem Speeddating eher skeptisch gegenüber. Ich dachte, dort sitzen einander verzweifelte Mauerblümchen und gehemmte Muttesöhnchen mehr oder weniger sprachlos gegenüber und sehen das als letzte Chance, irgendwie unter die Haube zu kommen.

Eines Tages witzelte ich mit Sophie darüber, wie wir neue Männer kennenlernen könnten. Da kamen wir natürlich auch aufs Speeddating und Sophie überzeugte mich, dass das doch ganz lustig sein könnte.
Also klemmte ich mich an meinen Laptop und googelte. Der Anbieter, der immer wieder auftauchte und durchwegs positiv bewertet wurde, war cityspeeddating.at. Also schauten wir, wann der nächste Termin einer für uns passenden Altersgruppe war und meldeten uns an. Dann noch schnell per Banküberweisung zahlen und schon hielten wir die Teilnahmebestätigung in Händen.
Vor Ort wurden meine Vorurteile vorerst widerlegt. Die Bar war sehr sympathisch – sollte man auch abseits vom Speeddating mal besuchen. Und die bereits anwesenden Mädels waren alles andere als Mauerblümchen. Ein schön gemischter Haufen – von elegant, businesslike über sportlich oder unauffällig bis leicht „prollig“ war alles vertreten, nur keine „Krampen“.

Vorsichtig schauten wir uns mal nach den Männern um und fragten uns, welche davon zu unserer Runde gehören. Von den meisten Anwesenden hoffte ich eher, dass sie nichts mit der Veranstaltung zu tun hatten. Punkt 20 Uhr hatten wir dann Gewissheit – die Allerschlimmsten gehörten dazu. Meine ärgsten Befürchtungen wurden noch übertroffen.

Um den anwesenden Männern nicht zu nahe zu treten, verliere ich mich hier nicht in Details. Nur einer sei besonders erwähnt. Groß, blond, blass und sehr konservativ – also gar nicht mein Typ. Er setzte sich hin und sagte nichts außer „Hallo“, nicht mal die Hand gab er mir zur Begrüßung. Funkstille. Bis ich die Initiative ergriff und fragte, was er mir denn erzählen will. Er sagte „Das Übliche halt – Beruf, Hobbies, Kinderwunsch“. Den letzten Punkt fand ich zumindest außergewöhnlich. Seine Erklärung dazu bemerkenswert. Er hat keinen Kinderwunsch mehr, da er schon drei Kinder hat, alle zwischen 15 und 20. Er hat schon früh mit dem Kinderkriegen angefangen, da er selbst das Kind einer Spätgebährenden war und seinen eigenen Kindern alte Eltern ersparen wollte. So weit so verständlich. Etwas seltsam mutet allerdings an, dass er die Kinder seit dreizehn Jahren nicht mehr gesehen hat.

Also, geneigter Leser, die Frage, die sich mir stellt: Habe ich lieber einen „alten“ Vater, der sich um mich kümmert, oder einen „jungen“, den ich gar nicht sehe?

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  1. Jan

    Alle Wege führen nach Rom

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