Home / Allgemein / Speeddating – Die Fortsetzung (BR)

Speeddating – Die Fortsetzung (BR)

10.08.2011 | 1 Kommentar

Da mein erster Speeddating-Termin von der Männer-Besetzung her so katastrophal war (und es insgesamt bei allen Mädels so gut wie keine übereinstimmenden Kontaktwünsche gab), lud mich die Veranstalterin zu einer weiteren Runde ein. Sie hatte beim letzten Mal gemeint, dass wir eine besonders unpassende Runde erwischt hatten, was ihr sehr leid täte.

Natürlich könnte man jetzt annehmen, dass sie das sagen muss, da es ja ihr Geschäft ist. Aber die Richtigkeit ihrer Aussagen wurde durch die zur selben Zeit stattfindende Runde einer anderen Altersgruppe bestätigt. Dort waren auch die Männer bunt gemischt von konservativ bis flippig, fesch bis eher nicht so…

Die Altersgruppe beim heutigen zweiten Speeddating war etwas niedriger als die letzte, der Abend um vieles heißer. Von den Temperaturen her. Die Männer würde ich nicht wirklich als „heiß“ bezeichnen, aber ich habe da ja meinen eigenen Geschmack. Im Durchschnitt wirkten die Männer jedenfalls interessanter als beim ersten Mal. Vier davon kannte ich schon, was mich in die unangenehme Lage brachte, dass sie, falls sie bei meinen Namen damals „ja will ich wiedersehen“ angekreuzt hatten, nun wussten, dass ich mich nicht für sie interessiere.

Aber es kam zu keinen peinlichen Momenten, sondern war wieder äußerst kurzweilig. Kaum zu glauben, wie schnell fünf Minuten sogar mit jemandem vergehen, den man absolut nicht anziehend oder interessant findet.

Erwähnenswertes Highlight diesmal: ein Beamter, der die gesamte Redezeit damit verbrachte, über seinen Job zu jammern. Es wäre viel mehr zu tun als früher (da möchte ich ihn mal für einen Tag in einen stressigen Job in der Privatwirtschaft setzen – nur so zum Vergleich), der Zusammenhalt unter den Kollegen sei nicht mehr so gut wie früher (im Job ist eine gewisse Distanz sowieso angebracht, finde ich) und die anderen wären eifersüchtig da er pragmatisiert ist und sie nicht (na das Problem möchte ich haben).

Einen Lichtblick schien es zu geben. Groß, sportlich, graumeliertes Haar. Mit jedem 5-Minuten-Wechsel rückte er näher und die Vorfreude steigerte sich. Als einer der letzten saß der dann vor mir. Und die Seifenblase zerplatzte ganz schnell. Schon der Händedruck war sehr lasch, die Körpersprache drückte extreme Unsicherheit aus und er löste in mir das Gefühl aus, ihn an die Hand nehmen und durchs Leben geleiten zu müsse. Schade, dass er so wenig Selbstsicherheit ausstrahlte, er schien sonst recht interessant zu sein. Nur schafften wir es leider nicht, ein flüssiges Gespräch hinzubekommen. Und das lag nicht an mir!

Vor diesem Speeddating-Experiment hätte ich von mir gesagt, dass ich nicht Smalltalk führen kann und zu Personen, die mir nicht auf Anhieb sympathisch sind, eher kalt wie ein Eisblock bin. Nun weiß ich, dass das nicht stimmt. Ich bin sehr freundlich, charmant und lustig – solange klar ist, dass ich den Menschen nach dem 5-Minuten-Gespräch nicht mehr wiedersehen muss, wenn ich nicht will, und nicht in die Verlegenheit komme, ihm ins Gesicht sagen zu müssen, dass ich nicht mehr mit ihm reden möchte. Aber für diese fünf Minuten stelle ich ihn in den Mittelpunkt meines Universums. Das hat er für den Mut, beim Speeddating mitzumachen, verdient. Er kann ja nichts dafür, dass er nicht auf meiner Welle liegt.

Trotzdem habe ich von dieser Form des Kennenlernens vorerst genug. Vielleicht probiere ich es in ein paar Monaten nochmal, falls es nötig sein sollte.

Antwort schreiben 24391 Aufrufe gesamt, 3 Aufrufe heute  
Diskussion verfolgen

Ein Kommentar

  1. anonym

    oberflächlich und selbstbezogen.
    so wird es nie was mit der (wahren) liebe ;)

Einen Kommentar schreiben

Bitte bleiben Sie bei Ihren Kommentaren sachlich und bemühen Sie sich um eine faire Diskussionsatmosphäre. Die VIENNA-Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge und behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwider laufen, zu entfernen. Beachten Sie bitte, dass auch die freie Meinungsäußerung im Internet den Schranken des geltenden Rechts, insbesondere des Strafgesetzbuches und des Verbotsgesetzes, unterliegt. Die Verfasser haften für sämtliche von ihnen veröffentlichte Beiträge selbst und können dafür auch gerichtlich zur Verantwortung gezogen werden. Die VIENNA-Registrierungsbedingungen sind zu akzeptieren und einzuhalten.