Home / Allgemein / Rathausplatz - Ping Pong (BR)

Rathausplatz - Ping Pong (BR)

09.09.2011 | Keine Kommentare

Ein weiterer lauer Abend am Rathausplatz – zum Glück ist das Ende dieses Sommers reichlich damit gesegnet.

In der Menge entdecke ich einen alten Bekannten, den ich lange nicht gesehen habe. Marke groß, breit, sportlich, markant. Wir nennen ihn A. Er war in Begleitung eines Freundes. Marke groß, schmal, sportlich, feine Gesichtszüge. Der Einfachkeit halber B. Beide Mitte vierzig, optisch aber fast zehn Jahre jünger, beide echte Hingucker.

Die zwei waren gemeinsam in der Hauptschule. Danach ging die Entwicklung aber diametral auseinander. A machte eine Lehre und war fortan handwerklich tätig. B holte später seinen Abschluss nach und studierte und war nun im Management einer großen Firma gelandet. A blieb „erdig“, B wurde intellektuell. A war ein Womanizer, B schon viele Jahre verheiratet. Genau diese Unterschiede zwischen den beiden machten den Abend so interessant.

Nicht dass ich einen der beiden ernsthaft als Kandidaten ins Auge gefasst hätte. An Womanizer A wollte ich mir nicht die Finger verbrennen. Außerdem beschränkten sich seine Interessen auf Sport und Fortgehen, das ist für mich doch ein bisschen zu wenig. Und B hatte Frau und Kind – und die sollte er bitteschön auch behalten.

So ohne rosarote Brille und Verwirrung aufgrund flatternder Schmetterlinge konnte ich nun beinahe objektiv die Baggertechniken der beiden beobachten.
A verhielt sich wie aus dem Flirtratgeber. Ein Kompliment jagte das andere. Teilweise handelte es sich um Standardfloskeln, teilweise bezogen sie sich ganz speziell auf mich. Er machte gar kein Geheimnis draus, dass er keine Beziehung will und lieber mehrgleisig fährt. Damit umgab er sich mit der Aura des Unnahbaren, was bestimmt viele Frauen anziehend finden, die gerne mit dem Feuer spielen oder es als Herausforderung sehen, ihn zu „bekehren“. Er suchte Körperkontakt, war aufmerksam und holte mir, ganz der Gentleman, etwas zu trinken.

B machte auf schüchterner Intellektueller. Angeblich war er in den letzten Jahren kaum ohne seine Frau unterwegs, der letzte Flirt lag lange zurück. Er punktete durch intensives Nachfragen und interessante Diskussionen. Natürlich platzierte er auch einige Komplimente, aber diese waren eher Marke „Ich bin überrascht, dass es Frauen wie Dich gibt“ und keine platten Floskeln à la „tolle Figur“.
Ein bisschen kam ich mir vor wie beim Tischtennis – ein Satz links, ein Kompliment rechts, eine Frage links, eine Bemerkung rechts. So ging das hin und her bis die Standeln zusperrten und ich mich von den beiden verabschiedete.

Unnötig zu erwähnen, dass A, weiterhin ganz gemäß Flirtregeln, bereits zehn Minuten nach der Verabschiedung das erste SMS schickte und am nächsten Morgen anrief…
Übrigens – beide Wege führen zum Ziel, aber nur wenn’s einfach passt…

Antwort schreiben 14540 Aufrufe gesamt, 1 Aufrufe heute  

Einen Kommentar schreiben

Bitte bleiben Sie bei Ihren Kommentaren sachlich und bemühen Sie sich um eine faire Diskussionsatmosphäre. Die VIENNA-Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge und behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwider laufen, zu entfernen. Beachten Sie bitte, dass auch die freie Meinungsäußerung im Internet den Schranken des geltenden Rechts, insbesondere des Strafgesetzbuches und des Verbotsgesetzes, unterliegt. Die Verfasser haften für sämtliche von ihnen veröffentlichte Beiträge selbst und können dafür auch gerichtlich zur Verantwortung gezogen werden. Die VIENNA-Registrierungsbedingungen sind zu akzeptieren und einzuhalten.