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Oktoberfest

19.10.2011 | 3 Kommentare

Oktoberfest in der Wohnung eines Freundes. Anwesend: drei Singlemänner, zwei Singlefrauen (eine davon ich) und ein Haufen Pärchen, hauptsächlich verheiratet. Die wenigsten davon kannte ich. Außerdem: palettenweise Bier, viele Flaschen Wein und Sekt sowie Weißwürste und Brezen für eine ganze Kompanie.

Temperatur, Stimmung und Alkoholpegel stiegen schnell. Und rund um mich war Action. Ein bisschen fühlte ich mich wie die Blume, die von den Schmetterlingen umschwirrt wird. Einer der Singlemänner legte sich total ins Zeug. Ich hörte eine Heldengeschichte nach der anderen und dazwischen ein paar Komplimente. Eigentlich ein ganz süßer Typ, aber viel zu jung. Meine Demi-Moore-Ambitionen sind nicht besonders ausgeprägt. Und nach „nur Spaß haben“ war mir auch nicht.

Zwischendurch versuchte ich, dem Jüngling zu entkommen und mit den paar Leuten zu reden, die ich kannte, wenn auch nicht besonders gut. Auch da jagte ein Schmetterling den anderen. Gegen ein bisschen flirten, auch wenn man sich in einer Beziehung befindet, ist ja nichts zu sagen. Das finde ich sogar sehr wichtig, da ja jeder Mensch Bestätigung braucht und man sich so außerhalb den Guster holt, um zu Hause besser zu essen. Das Gespür für die richtige Dosierung ist dabei die Kunst. Wenn sich ein Typ, der wirklich nur ein entfernter Bekannter ist, zwei Meter neben seiner Frau minutenlang um meinen Hals hängt und mir mit seinem Gesicht zwei Zentimeter vor meinem erklärt, wie sehr er sich freut, dass er mich wiedersieht und dann wir uns doch demnächst auch „mal so“ treffen sollen, dann finde ich das eindeutig überdosiert.

Als dann noch ein Freund meines Exfreundes versuchte, mich davon zu überzeugen, dass der Jägermeister besser schmeckt, wenn er einen Zwischenschritt von der Flasche über seinen Mund in meinen macht, war ich irgendwie überfordert.

Ja, ich höre schon regelrecht die Kommentare: Sei nicht so verklemmt, werd doch mal locker, das ist nur Spaß.

Aber ich glaube, dass es nicht falsch ist, in einem Kuss etwas Besonderes zu sehen. Ich reserviere den für Leute, die ich sehr gern habe. Ein mir fast unbekannter Jägermeister-Einflößer ist dafür nicht der Richtige. Und ich bin sicher sehr kuschelig veranlagt, aber eben auch nur bei mir nahe stehenden Freunden und nicht irgendwelchen Bekannten.

Leichte Fluchttendenzen machten sich in mir breit. Als ich dem Jüngling sagte, dass ich vorhabe zu gehen, meinte der, das müsste ich doch nicht und wedelte mit seinem Schlüssel vor meiner Nase – dieser sperrte die Wohnung nebenan…

Ja was war denn da los? Waren die Männer denn alle übermütig aufgrund der vielen Dirndln rundherum? Oder war der Vollmond schuld? Oder machte sie der Alkohol gaga?

Ich denk nicht weiter darüber nach und pack den  Abend in die Schublade mit den skurrilen Erinnerungen.

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3 Kommentare

  1. GP

    Scheint ein ganz netter Abend gewesen zu sein. :-DD

    Ich hatte gestern das Privileg an einem CitySpeedDating (27 bis 37 Jahre)teilzunehmen, genau wie mein großes Vorbild, die berühmt berüchtigte Autorin BR. :-)

    Mein absolutes Highlight:
    Ein absolutes Klischee auf zwei Beinen: Blond, blauäugig, super attraktiv, verführerische Stimme, hoch gestylt, …
    Auf meine Frage was sich gerne in ihrer Freizeit macht.
    Fängt an mit den Haaren herumzuspielen uns sagt “Zum Frisör gehen, mir schöne Kleider anziehen, Leute kennen lernen …”.
    Bekam von mir ein NEIN und als Bemerkung “Definitiv NICHT!!” verpasst. Wollte noch “Hilfe!! Holt mich hier raus!” schreiben, hab es aber dann doch gelassen. :-)

    Ein andere Frau hat mich ausgefragt was ich beim Speed Dating überhaupt mache. Ob ich nicht ausgehe und dort Frauen kennen lerne und falls ja wo. Ob ich verheiratet war, verlobt, ob ich Kinder habe, etc…
    War eher wie ein Verhör, aber meine Unterhosen-Größe habe ich hartnäckig verschweigen können. :-)

    Fazit:
    Die Frauen waren absolut nicht mein Typ weder vom Äußeren noch von ihren Aktivitäten. Antipathie pur!
    Von 8 anwesenden Frauen hat nur eine ein JA bekommen und da auch nur weil sie Thai-Boxen gemacht hat. :-)
    Es ist eigentlich kaum fassbar, dass über die Hälfte der Frauen von der Wohnung zur Arbeit und dann von der Wohnung zu einem Lokal als sportliche Aktivität ansehen.
    Ich habe so langsam das Gefühl, dass je älter Frauen werden, desto passiver ihre Aktivitäten, bei mir ist es genau umgekehrt.

    5 Minuten waren definitiv zu lange. :-DD

  2. Bella Rasant

    Hallo GP!
    Du hast sicher noch mehr Geschichten auf Lager … meld Dich doch mal: bella.rasant@gmx.at
    LG

  3. Die dümmsten Bauern ernten die dicksten Kartoffeln.

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