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Mr. Right?

02.11.2011 | 1 Kommentar

Zuerst die gute Nachricht: Ich bin verliebt. Ja, tatsächlich, so etwas gibt’s noch.

Was für ein Mensch ist er? Entspricht er meinem „Anforderungskatalog“?

Um meinen Kritikern gleich einmal den Wind aus den Segeln zu nehmen: Er passt eigentlich überhaupt nicht zu mir und erfüllt nicht einmal die wichtigsten Kriterien.

Er raucht, und zwar beinahe ständig. Er trinkt relativ viel und kann sich danach nicht erinnern worüber wir gesprochen haben. Er ist ein Chaot. Und er ist zwar unternehmungslustig, aber das in einem so extremen Ausmaß, dass man nicht mal fünf Minuten irgendwo mit ihm in Ruhe sitzen kann – ständig sind entweder irgendwelche Freunde dabei oder er wuselt durch die Gegend.

Solange man sich ohne Bezug auf einen konkreten Mann den Traummann ausmalt, ist es ja ganz einfach eine Wunschliste zu erstellen. Man kann sich vornehmen, jeden, der da kommt, an dieser Liste zu messen und ihn bei Erfüllung von weniger als achtzig Prozent der Punkte wieder aus dem Leben zu kicken.

In den letzten Monaten ist mir das ja erfolgreich gelungen. Aber wenn wir ehrlich sind: Da hat die Chemie eben nicht gepasst. Dann ist es leicht, der Vernunft nachzugeben.

In seinem Fall dachte ich beim ersten Treffen schon nach zehn Minuten, er passt nicht zu mir, und verdrängte danach jeden Gedanken an ihn. Beim zweiten Treffen merkte ich, dass da doch eine Anziehung ist. Trotzdem wehrte ich mich innerlich gegen ihn, weil er ja nicht zu mir passt. Zwei Wochen focht ich einen inneren Kampf zwischen Kopf und Gefühl aus. Üblicherweise ist mein Verstand immer stärker, ich bin eben kopfgesteuert und vernünftig.

Doch er ließ nicht locker, er meldete sich ständig, wollte mich fast täglich treffen und brachte mich dazu, auch die wunderbaren Seiten an ihm zu sehen und zu schätzen. Er ist warmherzig, liebevoll und großzügig. Er ist intelligent und ein Beschützer. Er ist fröhlich und positiv, aber auch tiefsinnig. Er ist einfach ein wunderbarer Mensch. In seiner Gegenwart fühle ich mich vollkommen, geborgen und bin glücklich. Und Rauchen, Trinken und Chaos will ich gar nicht sehen – da hilft die rosarote Brille sehr gut dabei.

Die letzten Verteidigungsmauern riss er nieder, als er eines Abends, als wir uns zum Abschied umarmten, mit Panik in der Stimme in mein Ohr flüsterte „Das ist aber jetzt kein Abschied für immer, oder?“ Ich weiß nicht, wie er auf so eine Idee kommt. Aber er hatte wohl wirklich Angst, mich wieder zu verlieren. Dabei war er doch gerade erst im Begriff, mich zu gewinnen. In diesem Moment siegte das Gefühl. Als ich eine halbe Stunde später in meinem Bett lag, wusste ich, dass es um mich geschehen ist und freute mich über das Kribbeln in meinem Bauch.

So und nun bin ich also verliebt. Genau wie im Teenageralter. Völlig kopflos, planlos und egal, was da komme.

Und nun zur schlechten Nachricht: Gleich am nächsten Tag lief er einer Frau aus seiner Vergangenheit über den Weg und meinte, mit ihr klären zu müssen, ob da noch etwas ist zwischen ihnen oder ob es abgehakt werden sollte. Und dazu habe ich bis jetzt noch keine näheren Informationen.

Schlechtes Timing irgendwie…

Aber egal was kommt, ich bin dankbar darüber, dieses Gefühl endlich wieder zu spüren!

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Ein Kommentar

  1. GP

    Hurra, wieder ein Post. :-)

    Autsch, sowas kenne ich aus meinem Bekanntenkreis und zu 90% geht Frau oder Mann wieder zum Ex zurück, wenn so eine Geschichte anfängt. Was Neues zu erlernen ist immer schwieriger als das Bekannte zu überdenken.

    In eigener Sache und es passt irgendwie zu diesem Blog :-D:
    Bei einem Fußballspiel “Wirtschaft versus Recht” wurde ich ganz übel gefoult. Möchte mal wissen, ob es Vorträge mit dem Titel “Wie foule ich rechtskonform?” gibt?
    Rechtsanwälte können ganz schön fies und gemein sein. :-)

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