Home / Allgemein / Let it flow

Let it flow

12.01.2012 | Keine Kommentare

Neujahrsvorsätze sind ja an sich eine gute Sache. Die erfolgreiche Umsetzung ist dann ein anderes Kapitel und führt spätestens im Herbst meist zu Frusterlebnissen. Aber ich kann es ja besser machen!

Meine Herangehensweise war diesmal allerdings etwas unkonventionell. Erstens schmiedete ich meinen Vorsatz bereits Anfang Dezember und zweitens sind mir die üblichen Themen keinen Vorsatz wert.

Ich bin keiner der diversen gesundheits- oder finanzgefährdenden Süchte verfallen. Meine Figur ist mir hinsichtlich Diät oder Sport auch nicht vorsatzwürdig, denn mit der bin ich sehr zufrieden. Es musste also etwas ganz anderes sein.

Das Thema war schnell gefunden: Ich muss diese elende Beziehungssuche ablegen.

Ich glaube, ich habe mich von zu vielen Single-Weiber-Quatsch-Runden und vor allem von den Partnerbörsen, wo man wie nach Einkaufsliste auswählt, regelrecht infizieren lassen. Ich will weg von diesem Konsumdenken. Ich will nicht mehr bei jedem Date die Stimme in meinem Kopf hören, die bei jedem der Sätze meines Gegenübers sagt „ja, das gefällt mir“ oder „nein, das mag ich nicht“. Ich will nicht mehr jeden Mann scannen, ob er auf lange Sicht in mein Leben passt. Es reicht doch eigentlich, wenn er nur für kurze Zeit in mein Leben passt. Wichtig ist doch viel mehr, dass ich mich im Augenblick in seiner Gegenwart wohlfühle. Wenn ich eine Sucht habe, dann die nach schönen Momenten. Und die kann ich genauso gut mit einem vorübergehenden Begleiter stillen. Und sollte sich einer davon später als dauerhaft angenehm erweisen, werde ich mich selbstverständlich darüber freuen.

Das einzige, was ich nach wie vor kategorisch ausschließe, sind One-Night-Stands. Das war nie meins und wird nie meins sein. Und seien wir ehrlich: gerade die Annäherungsphase ist doch das richtig Spannende an der Sache.

Die biologische Uhr ist das einzige Hindernis, das eventuell gegen meinen Vorsatz Einspruch erheben könnte. Darum habe ich die Batterie daraus entfernt und sie einfach angehalten. Kein Ticken mehr, dass mich irritiert. So wichtig war mit die Sache mit dem Kinderkriegen sowieso nie, warum sollte ich mir da jetzt einen Stress machen?

Ich wusste, dass ich mir mit dieser Einstellung in der Vorweihnachts- und Jahreswechselzeit schwer tun würde. Das ist nun mal die sentimentalste Zeit im Jahr, wo kuscheln und Zweisamkeit im Mittelpunkt stehen. Da kann ich mich leider auch nicht ausklinken. Natürlich stand ich mit leicht getrübtem Blick vor dem Weihnachtsbaum und vermisste den starken Arm um meine Schulter. Und natürlich fehlte mir der Silvesterkuss um Mitternacht. Aber kaum war die Pummerin verklungen, fiel der Druck von mir ab. Ok, zugegeben, das war jetzt geschummelt… es dauerte noch zwei Tage …

Aber jetzt freue mich auf alles, was da kommen mag. Die gedankliche Liste der musthaves und nogos habe ich in meinen gedanklichen Mistkübel geworfen. Ich bin befreit und bereit!

Antwort schreiben 155430 Aufrufe gesamt, 6 Aufrufe heute  

Einen Kommentar schreiben

Bitte bleiben Sie bei Ihren Kommentaren sachlich und bemühen Sie sich um eine faire Diskussionsatmosphäre. Die VIENNA-Redaktion übernimmt keinerlei Verantwortung für den Inhalt der Beiträge und behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwider laufen, zu entfernen. Beachten Sie bitte, dass auch die freie Meinungsäußerung im Internet den Schranken des geltenden Rechts, insbesondere des Strafgesetzbuches und des Verbotsgesetzes, unterliegt. Die Verfasser haften für sämtliche von ihnen veröffentlichte Beiträge selbst und können dafür auch gerichtlich zur Verantwortung gezogen werden. Die VIENNA-Registrierungsbedingungen sind zu akzeptieren und einzuhalten.